Die Brücke nach draußen

 

Die Aufgabe der Wiedereingliederung straffällig gewordener Menschen ist nur in gesamtgesellschaftlicher Verantwortung zu meistern und benötigt neben dem Engagement der hauptamtlich Beschäftigten sozial engagierte Ehrenamtliche, die diese Arbeit sinnvoll ergänzen.

Die ehrenamtliche Betreuung ist fester Bestandteil des Erziehungs- und Behandlungsvollzuges. Sie ist für die Inhaftierten außerordentlich wichtig, da sie eine Brücke nach draußen darstellt.

In der JVA Iserlohn gibt es derzeit 28 ehrenamtliche Betreuer, die überwiegend in Kontaktgruppen, aber auch in Einzelbetreuungen tätig sind.

 

Es gibt viele Möglichkeiten und Formen, sich zu engagieren. Eine Auswahl:

  • Übernahme von Einzelbetreuungen
  • Aufbau, Förderung und Aufrechterhaltung von Außenkontakten
  • Hilfe bei persönlichen Schwierigkeiten wie z.B. Schulden, Schreibhilfe an Ämter
  • Vorleben von Verbindlichkeit durch kontinuierlichen Kontakt
  • Gesprächsgruppenangebote
  • Freizeitangebote wie z.B. Kochgruppe, Spielegruppen
  • Nachhilfe- oder Liftangebote
  • Begleitung in Ausgängen
  • Hilfe bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche
  • Zuhören und begleiten

 

Gemeinsam mit den Ansprechpartnern kann überlegt werden, ob und wie Ideen umgesetzt werden können.

 

Einzelbetreuungen

 

Im Rahmen von Einzelbetreuungen werden die besonderen Bedürfnisse einzelner Gefangener berücksichtigt.

Viele der Inhaftierten haben außerhalb des Strafvollzugs keine sozialen oder nur für sie „schädlichen“ Kontakte. Für sie ist es besonders wichtig, dass sie einen verantwortungsbewussten Ansprechpartner außerhalb der Anstalt haben, der ihnen zuhört, verlässlich ist und auf ihre Probleme eingeht.

So kann Ehrenamt im Rahmen von Einzelbetreuung z.B. bedeuten, dass versucht wird, gemeinsam mit dem Gefangenen ein neues Umfeld aufzubauen, in das der Gefangene nach seiner Inhaftierung entlassen werden kann.

Nicht jeder Gefangene kann oder will sich in einer Gruppe öffnen und seine persönlichen Probleme ansprechen. Dies kann er aber eventuell in einer Einzelbetreuung.

Nachhilfestunden können den jungen Gefangenen helfen, im Unterricht oder in der Ausbildung Anschluss zu halten oder aber im Rahmen von Liftkursen Defizite in der deutschen Sprache aufzuarbeiten.

In Einzelfällen kann die Einzelbetreuung auch über die Inhaftierung hinausgehen und den Inhaftierten dabei unterstützen, in der Gesellschaft wieder Fuß zu fassen.

 

Gruppenarbeit

 

Die Teilnahme an Gesprächsgruppen ist für die Inhaftierten eine willkommene Abwechslung im Gefängnisalltag und bietet darüber hinaus vielfältige Möglichkeiten für

-       soziales Lernen

-       Förderung von Kommunikationsfähigkeit

-       Erlernen von sozialen Kompetenzen

-       Erlernen Regeln und Absprachen einzuhalten

-       Erlernen einer sinnvollen Freizeitgestaltung

 

und vieles mehr.

 

 

Einmal jährlich treffen sich die ehrenamtlichen Betreuer mit der zuständigen Koordinatorin und der Anstaltsleitung zu einem Erfahrungsaustausch.

Weitere Informationen finden Interessenten, die das 21. Lebensjahr vollendet haben, auf der Internetseite www.ehrenamt-justizvollzug.nrw.de oder sie können sich direkt an die Anstalt wenden. Die kontinuierliche Begleitung durch einen festen Ansprechpartner ist selbstverständlich.

 

Ansprechpartnerin:

Sabina Hartmann

Sozialdienst

Tel: 02378 83-209

 E-Mail: sabina.hartmann@jva-iserlohn.nrw.de